Farbgenetik bei Alpakas

Alpakas haben ein breites Spektrum an Naturfarben, die von weiß über fawn und braun bis schwarz reichen. Hinzu kommen sogenannte Farbmuster wie zum Beispiel grau, roan, Appalloosa, Scheckung, Tuxedo oder White Spot.

Die Farbe des Vlieses und der Haut besteht aus den zwei Pigmenten Phäomelanin (rot-gelb) und dem Eumelanin (schwarz). Die unterschiedlichen Farbvarianten entstehen durch unterschiedliche Allel-Kombinantionen sowie durch den Einfluss der verschiedenen Farbmuster. Das Gen, bzw. der Locus für classic grey ist bekannt, jedoch nicht für andere Farbmuster. Nachgewiesen ist aber, dass unterschiedliche Farbmuster in ein und demselben Alpaka vorhanden sein können.

Was nützt der Farbgenotyp für meine Zucht?

  • Der Farbgenotyp ermöglicht eine gezielte Selektion auf weißeres Weiß, einheitlicheres Fawn und Braun, schwärzeres Schwarz.
  • Das Wissen um Schwarz-Allele in hellen Alpakas kann zur Verbesserung der Faserqualität schwarzer und dunkler Alpakas genutzt werden.

Ein Beispiel

  • Der Hengst ist light fawn, beide Eltern sind schwarz.
  • Die Stute ist fawn, die Haut um die Augen und in den Ohren ist dunkel, beide Eltern sind weiß.

Der Farbgenotyp des Hengstes ist ee aa. Das heißt, er ist aufgrund der beiden „a“ genetisch schwarz, kann dies aber aufgrund der zwei „e“ nicht zum Ausdruck bringen - der "Schwarzschalter" ist nur an, wenn mindestens ein "E" vorhanden ist. Der Farbgenotyp der Stute ist Ee Aa ; sie trägt ein Allel für Weiß (A) und ein Allel für Schwarz (a). Aufgrund des „E“ hat sie eine dunkle Haut um die Augen, an der Nase und in den Ohren.

Folgende 4 Farbgenotypen und -phänotypen sind aus der Anpaarung ee aa x Ee Aa möglich:

  1. Genotyp ee Aa = Phänotyp weiß bis beige
  2. Genotyp ee aa = Phänotyp beige bis light fawn
  3. Genotyp Ee Aa = Phänotyp fawn
  4. Genotyp Ee aa = Phänotyp dunkelbraun bis schwarz

Das bedeutet, dass 1/4 der Nachkommen dunkelbraun bis schwarz und 3/4 der Nachkommen weiß bis fawn sein können. Interessant ist, dass alle Nachkommen mindestens ein Schwarz-Allel tragen, was wiederum für die Anpaarung der Nachkommen von Bedeutung ist.

Ein Farbgentest zeigt, ob es sich bei den Schwarz-Allelen um a1, a2 oder a3 handelt und ob diese homozygot oder heterozygot vorliegen. Davon hängt ab, ob die Faser tiefschwarz, warmschwarz oder braun ist.

Deshalb gut zu wissen bei Kauf, Verkauf, Anpaarung

  • Welche Vliesfarben kann ein Tier vererben – und welche nicht.
  • Vorhersage möglicher Vliesfarben der Nachkommen. 
  • Wie hoch ist die Chance auf eine bestimmte Vliesfarbe.